Säuglinge und Kleinkinder

Die medizinische Versorgung von Säuglingen und Kleinkindern ist eine ganz andere als die der Erwachsenen. Kleinkinder sind keine kleinen Erwachsenen und insofern können harmlos erscheinende Symptome wie z. B. Durchfall Kleinkinder sehr schnell sehr krank werden lassen (Austrocknung). Und andererseits sind alarmierende Symptome wie Fieber häufig nur Ausdruck einer harmlosen Viruserkrankung. Dieses zu erkennen und richtig zu behandeln bedarf einer guten Ausbildung.

Ich habe das Glück gehabt mich schon während meines Studiums gezielt auf dem Gebiet Pädiatrie (Kinderheilkunde) fortbilden zu können, in dem ich einen Teil meines "Praktischen Jahres" in der Kinderklinik in Toronto bzw. in Kansas City verbringen konnte. Um mich gerade bei den Kindervorsorgen den deutschen Richtlinien anzupassen, habe ich kurz vor meiner Niederlassung bei dem Kinderarzt Dr. Kurt Augustin in Braunschweig hospitiert.

Die Kindervorsorgeuntersuchungen (U2-U10) dienen dem Erkennen von Entwicklungsstörungen im physischen sowie im psychischen Bereich.
So können körperliche Schwächen oder Verhaltensauffälligkeiten früh einer Behandlung zugeführt werden oder schwerwiegende Entwicklungsfehler frühzeitig korrigiert werden
(z. B. Herzfehler).
Ein dauerhafter Schaden kann so vermieden oder zumindest so gering wie möglich gehalten werden.

Eine weitere wichtige Säule der Pädiatrie ist das Impfwesen. Man unterscheidet zwei Ansätze, um eine Impfempfehlung zu geben. Zum einen den individuellen Schutz des Kindes, um ihm Erkrankungen zu ersparen (z. B. die Impfung der Säuglinge gegen Keuchhusten, um einen "Plötzlichen Kindstod", der durch eine Keuchhustenerkrankung im Säuglingsalter verursacht werden kann, zu vermeiden) sowie den Schutz der Gemeinschaft, um durch Impfungen den Ausbruch und die Verbreitung einer Krankheit zu vermeiden (ich impfe den großen Bruder gegen Keuchhusten, damit er den neugeborenen Bruder nicht anstecken kann). Beide Impfansätze hat die "Ständige Impfkommission" (STIKO) zu bedenken.

Es ist eine Kommission, die aus Ärzten und Kassenvertretern zusammengesetzt ist und jedes Jahr modifizierte Impfempfehlungen für Deutschland herausgibt:
STIKO (Impfkalender)

Diese Impfempfehlungen sind in der Regel sinnvoll und man sollte sich daran halten. Aber letztendlich tragen Sie die Verantwortung für Ihr Kind, und wenn Sie aus Angst vor dem Impfrisiko Ihren Sohn nicht gegen Röteln impfen lassen wollen, kann der Impfplan natürlich nach Ihren Wünschen reduziert werden. Auf Wunsch werde ich Sie natürlich gern ausführlicher beraten.

Für mich ist es wichtig, Säuglinge und Kinder mit zu betreuen, weil nur so die Idee des "Familiendoktors" zu verwirklichen ist, wie ich ihn von meinen Vater und aus dem angloamerikanischen Sprachraum (Family Doctor) her kenne. Mein Vater hat allerdings noch Kinder zur Welt gebracht, diese Leistung kann ich Ihnen leider nicht anbieten.