Erwachsene

Hier hat in den letzten 10 Jahren ein Umdenken in der medizinischen Versorgung stattgefunden. Sowohl der Gesetzgeber, wie auch die Krankenkassen setzen zunehmend auf die Gesundheitsbildung und Krankheitsvorsorge, als auf die jahrelange Reparaturmedizin.
Das ist sehr zu begrüßen.


Hier die Vorsorgeleistungen im Einzelnen:

Ab 35 Jahren:
Gesundheitsvorsorge (Check-up 35)

Die so genannte Gesundheitsvorsorge kurz GV oder Check-up 35 genannt wird zu Lasten der Gesetzlichen Krankenkasse ab dem 35sten Lebensjahr angeboten. Sie beinhaltet neben der Blutentnahme (Cholesterin und Blutzucker) zur Erkennung der Stoffwechselerkrankungen auch eine ausführliche körperliche Untersuchung, welche mit der Untersuchung auf Hautkrebs oder beim Mann auch mit der alljährlichen Krebsvorsorge (s.u.) kombiniert werden kann.
Je nach individuellem Risiko kann die GV erweitert werden durch zusätzliche Laborwerte (Schilddrüse, Leber, Blutbild, Harnsäure, Prostata) oder der Aufzeichnung eines EKG’s.

Die GV dient der Erkennung von Herz- und Kreislauferkrankungen, sprich Herzinfarkt und Schlaganfall und dieses nicht ohne Grund. Die Mortalität (Sterberate) und Morbidität (Erkrankungsrate) für diese Erkrankungen liegt über 50%. Das heißt, jeder zweite Deutsche stirbt entweder am Herzinfarkt oder am Schlaganfall. Für die Gesellschaft und die Krankenkassen wiegt die Morbiditätsrate jedoch weit schwerer, da enorme Kosten auf sie zukommen in Form von Arbeitsausfall, vorzeitiger Berentung sowie der zu zahlenden Krankenkosten. Somit hat sich bei den Kassen einmal mehr der Verstand durchgesetzt und es wurde mit der Einführung der GV in die Gesunderhaltung investiert (und das rechnet sich sogar).

Folgende Risiken für Herz- und Kreislauferkrankungen gibt es:

  • Rauchen
  • hoher Blutdruck
  • Zuckerkrankheit
  • Cholesterinerhöhung


Schützen können Sie sich durch:

  • Regelmäßige körperliche Bewegung
  • Gesunde Ernährung, Gewichtsnormalisierung
  • Streßvermeidung, Streßbewältigung


In der GV werden diese Risikofaktoren untersucht und abgefragt und Ihr persönliches Risikoprofil erstellt. Man kann eine nicht erkannte Zuckererkrankung behandeln, erhöhte Cholesterinwerte behandeln und einen erhöhten Blutdruck einstellen und einen drohenden Herzinfarkt um viele Jahre hinausschieben und ggf. ihre verbleibende Lebenserwartung damit verdoppeln
(Im Internet finden Sie unter http://www.chd-taskforce.de/assessment_german.htm einen Herzinfarkt-Risiko-Berechner).


Ab 35 Jahren
:
Hautkrebsvorsorge

Seit dem 01.07.2008 wurde die Hautkrebsvorsorge eingeführt. Sie beinhaltet eine Inspektion der gesamten Hautoberfläche und Begutachtung der Hautveränderungen. Diese wird ggf. mit einem so genanten Aufsichtmikroskop durchgeführt.  Durch Fortbildung habe ich mich für diese Untersuchung qualifiziert und biete sie Ihnen gerne alleine, oder auch im Rahmen der Gesundheitsvorsorge an. Bei zweifelhaften Hautbefunden werde ich natürlich eine fachärztlich Untersuchung veranlassen.


Ab 45
Jahren:
Krebsvorsorge für Männer


Ab dem 45 Lebensjahr sollte die jährliche Krebsvorsorge selbstverständlich sein. Die Frauen machen es uns Männern vor und schützen sich bereits erfolgreich gegen Gebärmutterhalskrebs und Brustkrebs. Die rektale Untersuchung wird leider von vielen Männern abgelehnt, sie ist jedoch eine sichere Methode zur Erkennung von Prostatakrebs. In Kombination mit dem PSA-Wert (eine Blutuntersuchung, die leider nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt wird, Kosten ca. 25 €) haben wir zwei gute Instrumente zur Krebsfrüherkennung!


Ab 55
Jahren
:
Beratung Dickdarmkrebs mit Stuhluntersuchung
oder Überweisung zur Fachärztlichen Darmspiegelung


Seit einigen Jahren wird neben der Stuhluntersuchung auf Blut (Stuhlbriefchen, Hämoccult Test) auch die vorsorgliche Darmspiegelung durch die gesetzlichen Krankenkassen ab dem 55 Lebensjahr übernommen. Wenn diese von allen Menschen wahrgenommen wird, werden wir den Dickdarmkrebs vielleicht besiegen.

Hintergrund: Dickdarmkrebs entsteht aus Darmpolypen, diese wiederum aus Polypenknospen. In der Regel dauert es mindestens 5 Jahre, bis aus einer Darmpolypenknospe Krebs wird. Wird jetzt ein Patient gespiegelt und man findet keine Polypen/Polypenknospe, kann man sicher davon ausgehen, dass er in den nächsten 10 Jahren keinen Dickdarmkrebs entwickeln wird, weil er nicht zur Polypenbildung neigt.

Sollte jedoch ein/e Polyp/Polypenknospe gefunden werden, wird diese natürlich entfernt (vollkommen schmerzfrei, in der Regel in der selben Untersuchungssitzung), muss dann jedoch, weil er zu Polypen neigt, sich in 3 Jahren wieder zur Darmspiegelung vorstellen. Auf diese Weise werden Risikopatienten rechtzeitig erkannt und behandelt, BEVOR aus harmlosen Polypen Krebs wird. Ich berate Sie gerne darüber und veranlasse die internistische Mitbehandlung.

Neben den kassenüblichen Leistungen können natürlich auch sogenannte individuelle Gesundheitsleistungen (IGel) in Anspruch genommen werden. Das reicht von der sogenannten "Aufbauspritze" über Reiseberatung und Reiseimpfungen sowie Atteste für Schule und Arbeitgeber, Tauch- und Führerscheinuntersuchungen bis hin zu kleinen Schönheitsoperationen (Entfernung von Alterswarzen) und Hypnosebehandlungen.

Bitte lassen Sie Sich über diese Leistungen individuell duch mich oder mein Praxispersonal beraten.